Ardbeg / DRUM – Committee Release / 52,0% Vol.

Eigentlich bin ich ja keiner der die Hype Whiskys direkt verkostet, allerdings bin ich unverhofft an einen Dram gekommen. Unverhofft ? Ja, ich habe eine Flasche bekommen können ( obwohl ich nicht Ardbeg affin bin ) und diese wurde mit 72,x cl befüllt. Da ich diese Flasche komplett in einer großen Whisky Gruppe verteilt habe, sind eben diese 2,x cl übrig geblieben.  Dann will ich mal loslegen, halt ! Zunächst gute Musik auf die Ohren ( eine neue Tradition von mir ) : Grand Magus – The Hunt .

Farblich errinert mich der DRUM an einen schönen mineralischen Riesling. Ölig liegt im Blenders und dickliche Schlieren ziehen ihre Bahnen.

In der Nase habe ich zunächst eine volle Ladung des Ardbeg´schen Rauch. Dieser lässt mich immer an verkohltes nasses Lagerfeuer denken. Wie immer fällt es mir schwer hier noch etwas anderes zu finden. Dennoch habe ich diesmal Glück: gesalzene Zitronenscheiben , mehr jedoch leider nicht. Der Alkohol ist kaum wahrnehmbar.

Am Gaumen geht es recht ölig zu Gange. Während Grand Magus einen Storm King besingen, komme ich mir vor wie auf den Salzwiesen bei Nordstrand an einem stürmischen Tag.  Es geht salzig und mineralisch daher. Der Rauch spielt auch hier eine große Rolle. Ich versuche den Rum Einfluss heraus zu schmecken. Nach langem hin und her im Mund, habe ich ein zarten Hauch von Melasse. Das, so denke ich , erklärt die Süße welche nach einer Zeit durchkommt. Versteht es bitte nicht als solch eine Süße wie bei einem Balvenie Caribean Cask.  Es ist eine sehr abgeschwächte Süße. Mehr habe ich leider auch nicht, doch da ist nochwas welches ich als Lakritzschnecken aus Bonn bezeichnen würde.

Der Abgang wird recht lang und eben von diesen Lakritzschnecken beherrscht.

Schade das Ardbeg das Finish wohl recht kurz hat ausfallen lassen. Der Rum spielt hier doch eher die untergeordnete Rolle. Ich finde, der DRUM ist ein getunter 10er.  Ich bin gespannt auf die “normale” Variante die traditionell am Ardbeg Day auf den Markt kommen wird. Beim letztjährigen CR Release gefiel mir der “normale” Grooves besser. Der DRUM CR ist ein guter Whisky, mehr aber auch nicht. Ich denke das viele Enttäuscht werden, zumindest wenn man sich auf eine karibische Geschmacksexplosion gefreut hat.

Meine Wertung : 83 / 100

P.S.: ich warte sehnsüchtig auf das neue Werk von Grand Magus. Das kann nur grandios werden.

 

Schreibe einen Kommentar